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Geflickt!

Museum Appenzell, Hauptgasse 4, 9050 Appenzell
Vom Wiederherstellen und Reparieren
Flicken ist uns allen vertraut – hier eine kaputte Stelle, da ein eingerissenes Papier, eine fehlende Schraube, eine aufgegangene Naht oder ein loser Knopf. Es gibt immer etwas, das möglichst schnell und unkompliziert wieder in Ordnung gebracht werden muss. Flicken und Reparieren gehören zum Alltag. Vom provisorischen Notbehelf bis zur professionellen Reparatur, die Bandbreite der Wiederherstellungsarbeiten ist gross, das Flickwerk oft einfallsreich.

Flicken und Reparieren waren einst die Regel und nicht die Ausnahme. Geflickt wurde nahezu alles: Schuhe, Körbe und Teller, Werkzeuge, Textilien und Geräte. Das Beherrschen verschiedener Flicktechniken und Kniffe war eine existenzielle Notwendigkeit, nicht nur für ärmere Bevölkerungsschichten. Es gab wenig Möglichkeiten, auf immer wieder andere oder neue Dinge auszuweichen. Oberstes Gebot war, das Leben der Gebrauchsgüter zu verlängern, bis sie endgültig ausgedient hatten.

Alltägliche Ausbesserungsarbeiten im Haushalt liessen sich oft selbst tätigen. Frauen, traditionell für Kleidung und Wäsche zuständig, wurden zudem angehalten, kleinste Löcher und eingerissene Stellen sofort und sorgfältig zu flicken. Schäden an bäuerlichen Gerätschaften wurden je nach Fähigkeit im eigenen Betrieb behoben, komplexere Reparaturen dagegen übernahmen meistens Handwerker.

Geflickte und reparierte Dinge sind aussagekräftige, oft wenig beachtete Sachzeugen. Sie erzählen von Not und Mangel, aber auch von kreativen Lösungen und handwerklichem Geschick. Sie verweisen nachdrücklich auf den Wert der Dinge an und für sich und lassen die Bindung zu einem über die Jahre liebgewordenen Objekt erahnen. Letztlich berühren geflickte Dinge gerade wegen ihrer Beschädigungen, als sichtbare Zeichen für die tagtäglichen Herausforderungen.

Das Museum Appenzell präsentiert ein breites Spektrum an geflickten Dingen, zumeist aus der eigenen Sammlung. Diese zeigen, mit welchem Können und mit wie viel Improvisation Frauen und Männer an die Flickarbeit gingen. Ergänzend gibt eine Auswahl von Filmen der Schweizerischen Gesellschaft für Volkskunde, entstanden zwischen 1958 und 1972, Einblick in verschiedene alte Handwerkstechniken.

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