# Konzert Klassik

Konzert

17.01.2026 19:30 - 21:30
Evang.-ref. Kirche Herzogenbuchsee, Kilchrain, 3360 Herzogenbuchsee
Unter der Leitung von Matthias Kuhn spielt das Medizinerorchester Bern folgende Werke:

Lili Boulanger, D'un matin de printemps.
Maurice Ravel, Le tombeau de Couperin
Unter der Leitung von Matthias Kuhn spielt das Medizinerorchester Bern folgende Werke:

Lili Boulanger, D'un matin de printemps.
Maurice Ravel, Le tombeau de Couperin
Emilie Mayer, Ouvertüre in d-Moll
Johanndes Brahms, Ungarische Tänze Nr. 7, 14, 13, 5

Wie hat sich Europa zwischen 1850 und 1920 entwickelt – politisch, gesellschaftlich, kulturell? Unser Programm sucht nach musikalischen Spiegelungen dieser Zeit und ihrer Vielfalt.

Lili Boulangers D’un matin de printemps von 1918 zeigt, warum sie schon früh als aussergewöhnliches Genie galt. Schnell flirrende Holzbläser, perlende Streicher und feine Harmonieverschiebungen verbinden sich zu einem verdichteten, impressionistischen Klangbild. Inmitten gesellschaftlicher Umbrüche klingt hier Aufbruch – ganz im Sinne des Titels: Frühling, Neubeginn, schöpferische Energie.

Le Tombeau de Couperin, während des Ersten Weltkriegs komponiert und 1919 orchestriert, ist sechs gefallenen Freunden gewidmet. Maurice Ravel greift darin barocke Tanzformen wie Prélude, Forlane, Menuet und Rigaudon auf und versieht sie mit modernen harmonischen Färbungen im zeitgenössisch farbigen Orchesterkleid. Das Werk spiegelt Europas Suche nach Stabilität und Form in bewegten Zeiten.

Als erfolgreiche Komponistin im 19. Jahrhundert forderte Emilie Mayer die traditionell männlich dominierte Musikszene heraus. Ihre Ouvertüre in d zeigt Merkmale des Sturm und Drang – energische Motive, dynamische Steigerungen und Vorwärtstreiben – und verbindet sie mit romantischem Ausdruck in weiten melodischen Bögen und dramatischen Spannungsbögen.

Mit den Ungarischen Tänzen verknüpft Johannes Brahms und (seine Bearbeiter!) folkloristische Elemente mit orchestraler Raffinesse – ein Hinweis auf Europas vielfältige kulturelle Einflüsse und die Auseinandersetzung mit nationaler Identität im 19. Jahrhundert.

Wird man das alles in der Musik nachspüren können? Die Antwort liegt im Hören selbst – herzlich willkommen zu unseren Konzerten!