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Protest/Architektur

Zeughaus Teufen, Zeughausplatz 1, 9053 Teufen AR
Proteste müssen stören, sonst wären sie wirkungslos. Wenn Bewegungen öffentliche Räume blockieren, erobern und schützen, dann entsteht Protestarchitektur.
Was haben Baumhäuser und Barrikaden mit Baukultur zu tun? Proteste gelten oft als etwas Flüchtiges. Doch sie können auch lange dauern, sich an einem Ort festsetzen und Veränderungen herbeiführen. Wenn eine solche «Sesshaftwerdung» stattfindet, dann entsteht Protestarchitektur.

Der Protest – ein Akt des öffentlichen Zeugnisses, eine Manifestation des Unmuts, ein Schrei nach Veränderung. In seinen verschiedensten Formen ist der Protest ein integraler Bestandteil der menschlichen Geschichte. Lateinisch protestari bedeutet «öffentlich bezeugen», und genau das tut die Ausstellung, mit Beispielen von Barrikaden, Camps und raumgreifenden Taktiken von 1830 bis heute.

Anhand ausgewählter Fälle erkundet die Ausstellung die komplexe Beziehung zwischen Architektur und Protest: Von improvisierten Barrikaden bis hin zu kunstvollen Zeltstädten und Bauhütten zeigt sie, wie Menschen auf der ganzen Welt die gebaute Umgebung nutzen, um für ihre Überzeugungen und Ideen einzustehen. Die Bilder in der Ausstellung und die Filminstallation des Frankfurter Regisseurs Oliver Hardt sind nicht nur Zeugnisse des Unmuts, sondern auch Ausdruck des Einfallsreichtums und der Entschlossenheit derjenigen, die sich gegen herrschende Strukturen erheben.

Eine Besucherin der Ausstellung in Frankfurt äusserte treffend, dass der Besuch eine Art Reise durch die Geschichte, aber auch durch die eigene Biografie sei. Was haben wir erlebt, was haben wir vergessen, und was eben nicht? Die Betrachtung von Protesten aus architektonischer Perspektive ermöglicht es uns, uns gleichzeitig von ihnen zu entfernen und uns ihnen anzunähern. Wir entfernen uns, indem wir sie objektiv betrachten, ohne Urteil, ohne richtig oder falsch. Gleichzeitig nähern wir uns ihnen an, indem wir den Blickwinkel verschieben. Durch die vermeintliche Distanz werden Emotionen freigesetzt – denn all dies ist menschliches Handeln.

Die Ausstellung in Teufen erweitert die Sammlung mit Beispielen aus der Schweiz, darunter die ZAD-Besetzung des Steinbruchs «La Birette» in Mormont oder die Anti-Waffenplatz-Bewegung in Neuchlen-Anschwilen, und zeigt, wie architektonische Elemente dazu genutzt werden können, Botschaften zu verstärken und bleibende Erinnerungen zu schaffen. Ein Film des Kollektivs «Total Refusal» verdeutlicht, wie Proteste sich auch im digitalen Raum manifestieren.

Zur Schau und neben der bereits gedruckten Publikation «Protestarchitektur» von Park Books erscheint eine Protestzeitung, die exklusiv und kostenfrei in der Ausstellung erhältlich ist. Sie enthält fünf Texte zu den fliessenden Kategorien der Protestarchitektur und führt den in Frankfurt und Wien angestossenen Diskurs weiter: Marcel Bächtiger bespricht «Ingenieurhafte Bauten», Nicolas de Courten den Begriff «Verzögerungsarchitektur», Rahel Lämmler nimmt sich der «Entwürfe von Planer:innen» an, Sauter von Moos besprechen «Readymades» und Ivo Barão untersucht «Barrikaden».

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