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Drogenparcours

Platzspitzpark, Platzpromenade 5, 8001 Zürich
Der Drogenparcours ist ein digitaler Rundgang auf dem Platzspitz Zürich. Besuchende werden mittels einer App an sieben Hotspots der offenen Drogenszene geführt.
Während rund sieben Jahren war der Platzspitzpark ein Magnet für Drogensüchtige und -händler. Aus der ganzen Schweiz und gar aus dem Umland strömten Menschen herbei, um sich mit Heroin und Kokain einzudecken. Die Lage spitzte sich zu, bis die Polizei den Park im Februar 1992 räumte und die Süchtigen sich neue Wege suchen mussten, um an den Stoff zu kommen. Der Ausnahmezustand im Herzen der Stadt Zürich beschäftigte nicht nur Angehörige und Betroffene, sondern auch Entscheidungsträger in der Politik, Medizin und Sozialen Arbeit. Ein Umgang mit den Herausforderungen zu finden brauchte Zeit. Ein nachhaltiges Auffangnetz für Suchtbetroffene griff erst nach der Schliessung des Letten – des zweiten Drogen-Hotspots der Stadt. Eine Strategie, die in den 90er Jahren entwickelt wurde, ist heute noch die Grundlage unserer Drogenpolitik.

Der Drogenparcours nimmt Besucherinnen und Besucher multimedial auf eine Reise in die 90er Jahre mit. Wie sind Menschen damals in die Sucht geraten und wie sah ihr Alltag aus? Sieben Zeitzeugen aus verschiedenen Bereichen wie Politik, Medizin oder eigener Betroffenheit nehmen Stellung zu den Themen rund um den Drogenalltag. Über die App «Actionbound» folgen die Besuchenden einem vorgefertigten Pfad, der Einblick in den Alltag einer drogensüchtigen Person von damals und heute gibt. Eine Erzählstimme, videografierte Zeitzeugeninterviews, originale Fotografien und die Einbindung des originalen Schauplatzes bieten viel Abwechslung während des 60-minütigen Drogenparcours. Interessierte können den Rundgang selbstständig und zu einer von ihnen gewählten Uhrzeit, mit ihrem Smartphone kostenlos absolvieren. Eine Anleitung ist auf www.drogenparcours.ch zu finden. Besuchende erhalten auf dem Rundgang durch den Park einen Einblick in die vielschichtigen Herausforderungen einer Drogensucht und offenen Drogenszene. Die Reise führt durch die Vergangenheit und endet in der Gegenwart.

Parallel zum Drogenparcours findet jeden Monat eine dialogische Expertenführung statt. Vera Baumann, Studentin «Öffentlicher Geschichtsvermittlung und Geschichtsdidaktik» an der Pädagogischen Hochschule Luzern und Universität Fribourg, konzipierte den Drogenparcours in Zusammenarbeit mit «Einfach Zürich» und wird die dialogischen Führungen moderieren. Im Juli wird Cornelia Wietlisbach, Agogische Beraterin und Betreuerin der Kontakt- und Anlaufstelle Selnau als Expertin dabei sein. Der Dialog im August wird mit Christa Berger, Stabsmitarbeiterin der Suchtpräventionsstelle Zürich stattfinden. Die letzte Expertenführung im September wird mit zwei Personen vom Fachspital Sune-Egge durchgeführt. Da erhalten die Besuchenden die Möglichkeit, mit einer Suchtbetroffenen Person in den Dialog zu treten und ihre Begleitung vom Sozialwerk Pfarrer Sieber zu löchern. Eine genauere Beschreibung der einzelnen Führungen und die Anmeldemöglichkeit ist auf der Programmseite von «Einfach Zürich» zu finden.

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