11.01.2026 19:30 - 21:00
Konzertstube MEBU, Furkastrasse 647, 3985 Münster VS
UMS'nJIP
PROGRAMM
Javier Hagen/JIP
kafka
6 Erzählungen von Franz Kafka und ein Gedicht von R.M. Rilke
für Stimme, Blockflöten und Elektronik, 2020-2025, UA
MITWIRKENDE
UMS’nJIP
Ulrike Mayer-Spohn, Blockflöten/Elektronik
Javier Hagen, Stimme/Elektronik
Eintritt frei - Kollekte
Beschränkte Platzzahl
Reservation empfohlen: mebu@umsnjip.ch
http://mebu.umsnjip.ch
PROGRAMMNOTIZEN
Hagens erste Begegnung mit Kafka warDie Verwandlung- die Reaktion: Verwirrung und Faszination über dessen Präzision, Beobachtungsgabe, Differenzierung und Multiperspektivität. Später kamen die gesammelten Erzählungen dazu, und seitdem haben ihn Kafkas Texte nicht mehr losgelassen. Wichtige Werke verschiedener Komponisten, deren Uraufführungen ihm anvertraut wurden, setzten sich mit Kafka auseinander: Beat GysinsMarienglasetwa mitDas Schloss, oder Thorsten Töppsà rienmit Kafkas letztem Tagebucheintrag. Kafka ist im Übrigen auch der Autor, den er als erstes je vertont hat. So sind in diesem Kafka-Zyklus sechs seiner Lieblingserzählungen zu einem durchkomponierten Werk zusammengefasst.
1. Zerstreutes Hinausschaun
2. Nachts
3. Ich bin zurückgekehrt
4. Wunsch, Indianer zu werden
5. Das nächste Dorf
6. aus: Der Hungerkünstler
Epilog: Der Panther (Rilke)
Die Erzählungen sind bis auf die 3.Ich bin zurückgekehrtund 6.Der Hüngerkünstler, äusserst kurz, meist nur wenige Zeilen lang.Der Hungerkünstlerist textlich gestrafft. Bemerkenswert ist dessen Schluss; im Käfig, in welchem der Hungerkünster vergessen verendet, wird später ein Panther eingesperrt. Der Verweis auf RilkesPantherist beinahe offensichtlich. Kafka kannte Rilkes Schaffen, zudem sind beide im deutschsprachigen Milieu Prags gross geworden.
kafka ist über mehrere Jahre als Baukasten für Stimme, Blockflöte, Zuspielband (und wahlweise auch kleines Instrumentalensemble - Fl, Cl, Vle, Vc) entstanden. Das Zuspielband ist konstant präsent und etabliert zugleich den Raum, in welchem Klangereignisse - live und ab Band - geschehen. Diese verhalten sich wie Objekte, deren Präsenz im Raum sich erst über die Zeit erschliessen zu lassen scheinen. Diese Objekte sind leise, einzelne Klangcluster (für die Vertikale) oder Melodielinien (für die Horizontale), sich entwickelnd oder ins Leere verebbend – einer
Javier Hagen/JIP
kafka
6 Erzählungen von Franz Kafka und ein Gedicht von R.M. Rilke
für Stimme, Blockflöten und Elektronik, 2020-2025, UA
MITWIRKENDE
UMS’nJIP
Ulrike Mayer-Spohn, Blockflöten/Elektronik
Javier Hagen, Stimme/Elektronik
Eintritt frei - Kollekte
Beschränkte Platzzahl
Reservation empfohlen: mebu@umsnjip.ch
http://mebu.umsnjip.ch
PROGRAMMNOTIZEN
Hagens erste Begegnung mit Kafka warDie Verwandlung- die Reaktion: Verwirrung und Faszination über dessen Präzision, Beobachtungsgabe, Differenzierung und Multiperspektivität. Später kamen die gesammelten Erzählungen dazu, und seitdem haben ihn Kafkas Texte nicht mehr losgelassen. Wichtige Werke verschiedener Komponisten, deren Uraufführungen ihm anvertraut wurden, setzten sich mit Kafka auseinander: Beat GysinsMarienglasetwa mitDas Schloss, oder Thorsten Töppsà rienmit Kafkas letztem Tagebucheintrag. Kafka ist im Übrigen auch der Autor, den er als erstes je vertont hat. So sind in diesem Kafka-Zyklus sechs seiner Lieblingserzählungen zu einem durchkomponierten Werk zusammengefasst.
1. Zerstreutes Hinausschaun
2. Nachts
3. Ich bin zurückgekehrt
4. Wunsch, Indianer zu werden
5. Das nächste Dorf
6. aus: Der Hungerkünstler
Epilog: Der Panther (Rilke)
Die Erzählungen sind bis auf die 3.Ich bin zurückgekehrtund 6.Der Hüngerkünstler, äusserst kurz, meist nur wenige Zeilen lang.Der Hungerkünstlerist textlich gestrafft. Bemerkenswert ist dessen Schluss; im Käfig, in welchem der Hungerkünster vergessen verendet, wird später ein Panther eingesperrt. Der Verweis auf RilkesPantherist beinahe offensichtlich. Kafka kannte Rilkes Schaffen, zudem sind beide im deutschsprachigen Milieu Prags gross geworden.
kafka ist über mehrere Jahre als Baukasten für Stimme, Blockflöte, Zuspielband (und wahlweise auch kleines Instrumentalensemble - Fl, Cl, Vle, Vc) entstanden. Das Zuspielband ist konstant präsent und etabliert zugleich den Raum, in welchem Klangereignisse - live und ab Band - geschehen. Diese verhalten sich wie Objekte, deren Präsenz im Raum sich erst über die Zeit erschliessen zu lassen scheinen. Diese Objekte sind leise, einzelne Klangcluster (für die Vertikale) oder Melodielinien (für die Horizontale), sich entwickelnd oder ins Leere verebbend – einer