Aktuelles - Hans Peter Arpagaus

07.02.2026

Einfache Anfrage: Überfüllte Unterflurbehälter nerven – aber immerhin kommt der «U-Sack» in St.Gallen gut an

Überfüllte Unterflurbehälter nerven – aber immerhin kommt der «U-Sack» in St.Gallen gut an

In verschiedenen Quartieren der Stadt St.Gallen kommt es vermehrt zu überfüllten Unterflur Abfallbehältern. Dies führt nicht nur zu unschönen Zuständen im öffentlichen Raum, sondern auch zu vermehrtem Abfallaufkommen rund um die Sammelstellen. Gleichzeitig wird der neue «U-Sack» von vielen Einwohnerinnen und Einwohnern positiv aufgenommen.

Vor diesem Hintergrund bitte ich den Stadtrat um die Beantwortung der folgenden Fragen:

1. Ist dem Stadtrat die Problematik der überfüllten Unterflur-Abfallbehälter bekannt und wie wird sie derzeit beurteilt, bzw. sind Massnahmen vorgesehen, um die Situation zu verbessern?

2. Wird geprüft, die Leerungsrhythmen anzupassen, zusätzliche Touren einzuplanen, oder das Monitoring der Füllstände zu verbessern, z. B. durch Sensorik oder digitale Erfassung?

Ich danke dem Stadtrat für die Beantwortung der beiden Fragen und das Engagement für eine saubere und lebenswerte Stadt St.Gallen


# Antwort des Stadtrates:

Am 4. November 2025 reichte Hans Peter Arpagaus die beiliegende Einfache Anfrage betreffend «Überfüllte Unterflurbehälter nerven - aber immerhin kommt der «U-Sack» in St.Gallen gut an» ein.

Der Stadtrat beantwortet die Einfache Anfrage wie folgt:

Seit 1975 entsorgt die städtische Bevölkerung ihren Abfall in Gebührensäcken - ein System, das die Stadt St.Gallen eingeführt hat und das heute schweizweit etabliert ist. Zum 50. Geburtstag des Gebührensacks bedankt sich Entsorgung St.Gallen bei der Bevölkerung für ihre Unterstützung und das umweltfreundliche, verursachergerechte Entsorgen mit dem «U-Sack» als Jubiläumsangebot. Der U-Sack ist speziell für Unterflurbehälter (UFB) vorgesehen und darf nur in diesen entsorgt werden. Die Nutzung von Unterflurbehältern trägt zu einem sauberen Stadtbild bei und verhindert das Aufreissen von Abfallsäcken durch Tiere. Ausserdem führt sie zu einer effizienteren und belastungsärmeren Logistik, da das Sammelpersonal weniger Säcke einzeln einsammeln muss. Der Sonderpreis von CHF 10 pro Rolle zum 50-Jahr-Jubiläum ist bis Ende 2026 befristet und entspricht dem halben Preis der 35-Liter-Standardsäcke. Die Strassensammlung wird unverändert weitergeführt. Die befristete Einführung des «U-Sacks» bewirkt einen einmaligen (geplanten) Reserveabbau der Spezialfinanzierung in der Höhe von rund CHF 1,1 Mio. über die Laufzeit von ca. 1,5 Jahren. Ob der U-Sack auch längerfristig angeboten werden soll und gegebenenfalls zu welchem Preis, wird nach einer Evaluation entschieden. Die Touren des Abfallsammeldienstes werden im Normalfall in repetitiven Zyklen bewerkstelligt (Feiertage verursachen Ausnahmen), da das Abfallaufkommen an den UFB-Standorten ziemlich konstant ist. Mit der Einführung des U-Sacks wurde gezielt ein Systemeingriff vorgenommen, welcher einen Anreiz für die Kundinnen und Kunden schafft, die Unterflurbehälter verstärkt zu nutzen. Diese Verhaltensänderung erfolgt kontinuierlich. Die Anpassung der Tourenpläne erfolgt abgestimmt auf das veränderte Nutzendenverhalten. In der Umstellungs- bzw. Einführungsphase kann es aber kurzfristig zu einzelnen überfüllten UFB kommen, wofür ESG um Verständnis bittet.

Dem Stadtrat ist die Problematik der zeitweise überfüllten UFB für Kehricht bekannt. Die beobachteten Entwicklungen stehen in Zusammenhang mit der Einführung des U-Sacks, der ausschliesslich über das Unterflursystem entsorgt werden darf. Die Verlagerung des Abfalls von der Strassen Sammlung hin zu den UFB ist gewollt und bringt diverse Vorteile wie z. B. jederzeitige Entsorgungsmöglichkeiten für die Kundschaft, sauberes Stadtbild, reduzierte körperliche Belastung des Sammelpersonals und weniger CO2-Ausstoss dank effizienter Abfuhr. Der U-Sack ist wie erwähnt nur in der Grösse 35-Liter erhältlich. Nach sechs Monaten werden von den Einwohnerinnen und Einwohnern rund 50 % der 35-Liter-Gebührensäcke als U-Sack gekauft.

Als Reaktion auf erhöhte Füllstände werden notwendige Zusatzleerungen laufend in die bestehende Tourenplanung integriert. Vor der Einführung des U-Sacks wurden 1 32 von insgesamt 427 UFB mehrfach pro Woche geleert. Seit Einführung des U-Sacks wurden 9 neue UFB erstellt und 11 zusätzliche UFB werden mehrfach pro Woche geleert (Stand Dezember 2025). Die Touren werden laufend bedarfsgerecht optimiert.

Entsorgung St.Gallen prüft laufend Optimierungsmöglichkeiten in der Bewirtschaftung der UFB. Die Leerungsintervalle der UFB werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst. Auf Basis langjähriger Erfahrungswerte können verlässliche Leerungsintervalle festgelegt werden. Zur Absicherung dieser Erfahrungswerte und zur Klärung von sich verändernden Situationen stehen mobile Füllstandsensoren zur Verfügung. Diese werden gezielt und temporär eingesetzt, um Messdaten zu erheben und die bestehende Planung zu verifizieren, ohne dass ein dauerhafter technischer Ausbau erforderlich ist. Zusätzliche Leerungen einzelner Unterflurbehälter werden bei Bedarf flexibel in die bestehende Tourenplanung integriert. Hinweise aus der Bevölkerung (z. B. über den Stadtmelder oder die Abfallberatung) sowie Beobachtungen des Abfallcontrollers stellen dabei ein wirksames Monitoring sicher und ermöglichen rasche Reaktionen auf veränderte Nutzungssituationen.

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