# Ausstellungen

ERRATIQUE, Collectif LACS

Le Manoir de la Ville de Martigny, Rue du Manoir 3, 1920 Martigny
Mit „ERRATIQUE“ setzt das Collectif LACS seine Auseinandersetzung mit den Zusammenhängen zwischen Erinnerung, Raum und Verschwinden fort.
Mit „ERRATIQUE“ setzt das Collectif LACS seine Auseinandersetzung mit den Beziehungen zwischen Erinnerung, Territorium und Verschwinden fort. Ausgehend von den sich wandelnden Alpenlandschaften thematisiert die Ausstellung das Verschwinden der Gletscher sowohl als ökologisches Phänomen als auch als Veränderung der Erzählungen, Überzeugungen und Vorstellungswelten, die diese Gebiete prägen.Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die alpine Legende von „La Procession des morts“ (Die Prozession der Toten). Dieser Erzählung zufolge wandern die Seelen gegen den Strom der Täler, Flüsse und Wildbäche hinauf, durchqueren die Almhütten, um die Gletscher zu erreichen – Orte der Ruhe, des Übergangs oder des Fegefeuers. Lange Zeit als ewig galten diese Gletscher als Schwelle zwischen den Welten, als Grenzraum zwischen den Lebenden und den Toten. Ihr allmähliches Verschwinden bedeutet daher weit mehr als nur eine Veränderung der Landschaft: Es wirkt sich auch auf die Erzählungen aus, die es ermöglichten, diese Räume symbolisch zu bewohnen.Durch eine plastische, klangliche und visuelle Recherche versucht das Kollektiv, diffuse Präsenzen einzufangen, die verborgenen Schichten des Territoriums freizulegen und die in der Materie eingeschriebenen Erinnerungen wahrnehmbar zu machen. Die Ausstellung entfaltet sich als immersives Erlebnis, in dem sich Stimmen, Erinnerungsgegenstände, Zeitlichkeit und fragile Materialitäten überlagern. Durch die Verknüpfung zeitgenössischer Ausdrucksformen und überlieferten Wissens bietet ERRATIQUE einen Raum zur Reflexion über Vergänglichkeit, Vertreibung und Formen der Kontinuität zwischen den Welten. Angesichts des beschleunigten Zusammenbruchs der alpinen Ökosysteme unter dem Einfluss der globalen Erwärmung, der Ausbeutung und der modernen Raumplanung zielt das Projekt nicht nur darauf ab, ein Verschwinden zu dokumentieren, sondern auch jene Erzählungen zu hinterfragen, die es uns noch ermöglichen, diese sich wandelnden Gebiete wahrzunehmen, zu durchqueren, zu bewohnen und mit ihnen zu interagieren.Das Kollektiv LACS, das 2021 im Rahmen des Masterstudiengangs MAPS an der ÉDHÉA gegründet wurde, vereint vier transdisziplinäre bildende Künstlerinnen – Aline Paley, Caitlin Aiston Valloton, Murzo und Laure Gonthier. Ihre gemeinsame künstlerische Praxis knüpft Verbindungen zwischen Überzeugungen, Erinnerungen und Umweltveränderungen und hinterfragt dabei die Alpenlandschaften als Orte materieller und symbolischer Transformation.


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