# Ausstellungen

«Ich bin einfach niemand gewesen» – Fürsorge und Zwang in der Schweiz

02.05.2026
Wettsteinanlage , Kilchgässlein, Ecke Wettsteinstrasse, 4125 Riehen
Eintritt frei
Die Wanderausstellung mit Partizipationsprojekt beleuchtet fürsorgerische Zwangsmassnahmen und deren Folgen für die betroffenen Kinder, Familien und Individuen im öffentlichen Raum.
Um Armut zu bekämpfen und die soziale Ordnung zu sichern, verfügten Behörden in der Schweiz während vieler Jahrzehnte fürsorgerische Massnahmen. Oft ohne gerichtlichen Entscheid wurden Kinder und Jugendliche von ihren Familien getrennt, wurden fremdplatziert und mussten als Verdingkinder arbeiten. Erwachsene, die nicht den gesellschaftlichen Normen entsprachen, wurden in Arbeitserziehungsanstalten oder psychiatrischen Kliniken untergebracht.

Die Ausstellung «Ich bin einfach niemand gewesen» macht das Spannungsfeld zwischen Fürsorge und Zwang sichtbar, gibt Betroffenen eine Stimme und weckt Empathie für Menschen, die am Rand der Gesellschaft standen – und stehen. Sie blickt kritisch auf Vergangenheit und Gegenwart und fragt: Wann wird Fürsorge zu Zwang? Wann ist Zwang legitim? Wie lassen sich Machtmissbrauch und Unrecht verhindern?

In drei mobilen Häusern auf der Wettsteinanlage werden die Themen aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Die persönlichen Geschichten von Betroffenen erfahren wir im ersten Haus. Den Verantwortlichen sowie ihren Problemstellungen ist ein zweites Haus gewidmet, in dem Videointerviews Einblick in die aktuellen Rahmenbedingungen geben. Auch wir alle – Öffentlichkeit, Medien und Politik – sind Teil der Ausstellung und werden im dritten Haus in die Auseinandersetzung einbezogen. Die mobile Ausstellung wird durch das Vermittlungsprogramm Erinnern für morgen des Bundesamt für Justiz unterstützt. Nach der Eröffnung in Riehen tourt die Ausstellung durch weitere Orte in der Deutschschweiz.

Das MUKS als lokale Partnerin und Gastgeberin wirft einen Blick in Biografien von Menschen, denen grosses Unrecht widerfahren ist und beleuchtet die Spuren der fürsorgerischen Zwangsmassnahmen in Riehen. Wie in vielen Schweizer Gemeinden ist dieses Kapitel noch wenig aufgearbeitet. Wer waren die Betroffenen, wer die Verantwortlichen, welche Institutionen waren involviert? Das MUKS macht sich auf Spurensuche in Riehen mit dem Ziel, Lücken der bisher geschriebenen Dorfgeschichte schrittweise aufzuarbeiten.

Ein Partizipationsprojekt begleitet die Ausstellung und unterstützt Interessierte bei der Erforschung ihrer eigenen Geschichte. Im Erzählcafé können sich Betroffene, Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sowie Interessierte austauschen und ihre Erfahrungen teilen. In der Geschichtswerkstatt unterstützen Fachpersonen bei der persönlichen Recherche.

Ausstellung im öffentlichen Raum mit Partizipationsprojekt. Die Ausstellung richtet sich an ein breites Publikum – vom Laufpublikum bis zu Schulen und Gruppen – und wird durchgehend betreut.

DAS PARTIZIPATIONSPROJEKT

ERZÄHLCAFÉ / MI, 20. MAI 2026, 18 UHR:
Im Erzählcafé können sich Interessierte und Betroffene zum Thema Fürsorge und Zwang austauschen und ihre Geschichte erzählen. Erzählen ist freiwillig, Zuhören ist Pflicht! Das Erzählcafé wird moderiert.
Ort: MUKS Museum Kultur & Spiel, 4125 Riehen
Kosten: Museumseintritt, mit Anmeldung

GESCHICHTSWERKSTATT
Kennen Sie Geschichten von Fürsorge und Zwang in der Familie oder im Freundeskreis? Waren Sie selbst Opfer? Oder interessiert Sie einfach, wie Ihre Gemeinde mit Fürsorge und Zwang umging?
In der Geschichtswerkstatt unterstützen Sie Fachpersonen dabei, Geschichten fürsorgerischen Zwangs zu erforschen. Hierfür finden drei gemeinsame Austauschtreffen statt. Zusätzlich steht den Teilnehmenden individuelle Unterstützung zur Verfügung.

Öffnungszeiten

Täglich von 11-17 Uhr (dienstags geschlossen)

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Kontakt

MUKS - Museum Kultur & Spiel Riehen

Baselstrasse 34

4125 Riehen